Table For Two: Eine Aufgabe – Fünf Ergebnisse

veröffentlicht am: 20. März 2026

Zwischen unseren Alltagsprojekten und dem üblichen Geschäft widmen wir uns auch immer wieder freien Arbeiten. So haben wir uns als Team die Aufgabe „Table for two“ überlegt, die jeder für sich individuell fotografiert. Ziel ist es, einen gedeckten Tisch für zwei Personen zu fotografieren. Bei einem solchen Projekt können wir Licht, Technik und auch unsere Requisiten-Kammer auf den Kopf stellen und einmal „Out-Of-The-Box“ denken. So können wir die ein oder andere neue Idee auch für zukünftige Projekte nutzen.

Für die Umsetzung haben wir einige Regeln festgelegt, damit sich aus dem Projekt eine erkennbare Serie ergibt. Wir haben vereinbart, dass die Perspektive ein Top-Shot sein soll und eine Maske für die Komposition angelegt, wie die Tischkante und der Teller im Bild zueinander stehen:

Die restlichen Komponenten standen jedem frei. So konnte sich jeder Gedanken machen – Welchen Untergrund wähle ich? Welche Lichtstimmung passt in mein Bild? Und welches Essen präsentiere ich?

Bei dieser Aufgabe haben wir uns bewusst für einen sogenannten hybriden Ansatz entschieden. Das bedeutet, dass wir den Aufbau zunächst ohne Essen fotografiert und die Speisen anschließend mithilfe von KI hinzugefügt haben. Nur einer von uns hatte so großen Hunger, dass er das Essen direkt fotografiert hat. 😉

Die Herangehensweise bestand zunächst darin, sich auf einen Stil oder ein Thema festzulegen. Daraus ergaben sich die weiteren Ideen für Essen, Deko und Licht. Beim Durchstöbern der Requisite finden sich auch immer wieder neue Teile, die dann spontan Teil des Bildes werden.

Christopher: Mein Ansatz war es, einen eher ungewöhnlichen Tisch zu gestalten. Ein gemütliches Abendessen bei Kerzenschein, kombiniert mit einem Filmabend. Zwischen Fernbedienung, Süßigkeiten und herzhaften Snacks entsteht eine dunkle, stimmungsvolle Szenerie. Durch die verschiedenfarbigen Lichtquellen ensteht eine cineastische, fast künstliche Atmosphäre mit interessanten Schatten. Anschließend habe ich das Steak mit Hilfe der KI in Photoshop generiert.

Nur zwei Tage später brachte mich ein Kundenjob auf eine neue Idee für ein „Table for Two“-Bild. Ein To-go-Essen am aufgeräumten, modernen Arbeitsplatz. Statt einer zweiten Person sitzt einem hier der PC gegenüber. Für viele Menschen im Büroalltag der Standard.

Leonie: Ich habe mir vorgestellt, an welchem Tisch ich gerade gerne sitzen würde – und war sofort auf einer sonnigen Terrasse in Südeuropa.

Die warme Sonne auf der Haut, der Duft von mediterranen Kräutern in der Luft, dazu knuspriges Brot, würzige Oliven und süße Weintrauben auf dem Tisch. In der Requisite habe ich mich inspirieren lassen. Geflochtene Tischsets, portugiesisches Geschirr und ein rustikaler Holzuntergrund haben schnell meinen Geschmack getroffen.

Bei dem Licht habe ich mich bewusst für eine besondere Schablone entschieden, die vor unseren Spot gesetzt wird. Dadurch entstehen Schatten, die den Eindruck vermitteln man sitze unter einem Baum. Der Salat wurde im Anschluss durch die KI Firefly von Photoshop hinzugefügt.

Julian: Mir war von Anfang an klar, dass das Bild eher schlicht und minimalistisch werden soll, nicht zu bunt. Ich hatte dabei keine realistische Situation im Kopf, sondern wollte einfach etwas Ästhetisches schaffen. 

Deshalb habe ich mit unterschiedlichen Requisiten gearbeitet und geschaut, was gut zusammenpasst, es sollte kein klassisches Standard-Geschirr sein. Schlicht aber trotzdem interessant oder irgendwie anders. Ich habe mir bewusst verschiedene Materialien herausgesucht. Glas, Stein, Beton, Metall und Stoff schaffen eine hohen Kontrast und gestalten das Bild interessant. Zusätzlich habe ich einen hohen Bunt-Unbunt Kontrast erzeugt mit viel Schwarz und den hellblauen Schälchen.

Die größere Herausforderung war dann das Essen. Es sollte nicht zu bunt sein, aber trotzdem eine gewisse Lebendigkeit ins Bild bringen – etwas, das dem Geschirr allein noch gefehlt hat.

Undine: Der Chef hatte die Idee, mich als Büromieze in die freie Arbeit mit einzubinden. Was für eine Herausforderung! Ich bin zwar gerne kreativ, aber vom Erstellen eines Sets hatte ich keine Ahnung. Die Aufgabe: Table for two – eine vorgegebene Tischszene nach eigener Idee aufzubauen.

In meiner Vorstellung war das ein mexikanisches Dinner mit frischen, bunten Farben und jeder Menge mexikanischer Deko (inklusive Lucha-Libre-Maske), die ich von zu Hause mitgebracht hatte. Doch genau hier begann das Problem: Es sollte ein Topshot fotografiert werden, und dafür war meine ganze Deko ungeeignet. Das frustrierte mich zunächst sehr. Zum Glück ist Stephan ein geduldiger Mensch, der sein Wissen gerne weitergibt, und er half mir beim Aufbau.

Um meine Pastellfarben noch mehr zum Leuchten zu bringen, wählten wir einen knalligen Untergrund. Als Beleuchtung kam eine farbige Lichterkette zum Einsatz, die in einer wilden Konstruktion über den Tisch gehängt wurde. Die verschiedenen Farben spiegeln sich auf der Tischplatte wider und machen das Bild lebendig – das gefällt mir sehr gut. Da ich mir ein Essen zur goldenen Stunde vorgestellt hatte, kam zusätzlich seitliches Licht zum Einsatz. Vor dem Scheinwerfer wurde eine gelbliche Folie angebracht, um den Farbton der Szenerie anzupassen. Weiches Licht – voilà!

Am liebsten hätte ich mich noch als Foodstylistin eingebracht und einen Teller Loaded Fries für das Foto hergerichtet. Doch ich musste einsehen, dass das an der eigentlichen Aufgabe vorbeigegangen wäre und auch den zeitlichen Rahmen gesprengt hätte. Also richtete ich nur ein paar Nachos, Chilis und Tomaten in den Schälchen an, und Stephan zauberte nachträglich per KI ein Ceviche dazu.

Was habe ich bei dieser Aufgabe gelernt?
Es ist gar nicht so einfach, ein erdachtes Arrangement so aufzubauen, dass die Idee fotografisch transportiert werden kann. Als Laie unterschätzt man, wie wichtig der Einsatz von Lichtquellen ist, um Leben in ein Bild zu bringen und Stimmungen abzubilden. Auch die Auswahl der Dekoration muss gut durchdacht sein: Meine Idee für den gedeckten Tisch orientierte sich vor allem an Deko, die sich seitlich gut abbilden lässt – doch genau das war hier nicht gefragt. Zudem wäre das Essen auf den Tellern in diesem Setting nicht gut zur Geltung gekommen.

Für mich war die freie Arbeit ein spannender Einblick in die Arbeit der Fotografen. Ich freue mich auf die nächste Aufgabe. 

Stephan: Ich wollte eine fröhlich-bunte Sommerstimmung mit kräftigen Farben und direktem Sonnenlicht kreieren. Orange, Gelb und Rot bilden die Basis der Farbwelt, ergänzt durch frische grüne Akzente.

Als mir der gestreifte Stoff aus unseren Requisiten in die Hände fiel, war sofort klar: Der ist es. Dazu fand sich dann schnell das weiße Geschirr, das dem Essen eine schöne Bühne gibt und sich hell und leicht in die Sommerstimmung einfügt, ohne selbst zu sehr in den Vordergrund zu treten.

Ein paar Tage zuvor hatte ich zu Hause einen Feta-Melonen-Salat zubereitet – und wusste direkt, dass er perfekt in das angedachte Fotoset passen würde. Tolles Formenspiel, klare, knallige Farben und herrlich sommerlich. Und ganz nebenbei auch noch schnell gemacht.

Ohne uns untereinander abzusprechen, haben wir alle sehr unterschiedliche Szenen gebaut und jeder hat sein eigene kreative Version erschaffen, wie ein Tisch für zwei Personen gedeckt werden kann.

 

Das Studio Röcken Team

Stephan, Christopher, Julian, Leonie und Undine

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